Wann bin ich frei? Festprediger Hans-Joachim Eckstein stellt die entscheidende Frage der Reformation

Wann bin ich frei?
Alles schien mit einem Mal so klar und eindeutig zu sein und doch auch so überraschend treffend, als Hans-Joachim Eckstein Anfang Juli beim Reformationsjubiläumsfest des Kirchenbezirkes in der Calwer Stadtkirche predigte.

Frei bin ich nicht, so der Neutestamentler, wenn ich unabhängig von allem und allen bin und ohne Bindungen lebe. „Frei bin ich, wenn ich diene.“

Der Tübinger Prediger zog die Hörerinnen und Hörer in der vollbesetzten Stadtkirche geradezu in seinen Bann durch seine klare Sprache und seine sprechenden Bilder: „Dienen kann ich, wenn ich die Liebe Gottes reflektiere wie ein Spiegelbild. Dann werde ich meiner Gottebenbildlichkeit gerecht. So wie der Mond nicht selber strahlt, sondern die Strahlen der Sonne zur Erde spiegelt, so muss ich nicht aus mir heraus strahlen, sondern lasse mich von Gottes Liebe bescheinen und reflektiere diese Liebe weiter zu meinen Mitmenschen.“

 „Dann“, so Eckstein, „bin ich frei, zu dienen, wie auch Christus ein Dienender ist. So ist Freiheit.“

Durch solche Worte und durch die begeisternde Musik der vereinigten Chöre, der Kammersinfonie und des Posaunenchores beschwingt, machten sich viele Mitfeiernden auf, um in der Aula das Luthermahl einzunehmen.

Ein Höhepunkt des Nachmittages war das Singspiel „Martin Luther“ aus der Feder von Martin Schoch, das Kinder aus Althengstett aufführten. Großer Beifall für alle Mitwirkenden!