HomeKontaktMenü

"Bist du zu schwach?" Starkes KonfiCamp des Calwer Kirchenbezirkes

So individuell wie die Menschen selbst, sind auch ihre Begabungen und Interessen. Ungern gibt man Schwächen preis. Das war Thema des Konfirmanden-Camp in Breitenberg.Die Konfirmanden lernen auch Schwächen akzeptieren.

Ein Bericht von Stefanie Stocker und Dieter Raschko


Ruhe ist anders!

Es schreit zum Himmel, wenn 320 Jugendliche und 100 Mitarbeiter miteinander aufs Abendessen warten, wenn sie im riesigen Zelt „Konfi-Live“, die große Spielshow, erleben und dabei fast ausflippen, wenn 400 Leute einstimmen in die Ohrwürmer der „Band“, wenn die beiden Trommler „trash ton(n)es“ mit ihrer Percussion-Sensation die Stimmung zum Kochen bringen. Es gab viele ekstatische Momente, anstrengend viel Action und zahlreiche Eindrücke, die auf die Bewohner der Zeltstadt einprasselten. Die Programm-Mitarbeiter (Promis) haben ganze Arbeit geleistet.


Unwirklich still.

Aber es gab auch innige und stille Momente: Wenn die jungen Leute dem Jugendprediger Jakob lauschten, oder der beeindruckenden Tanz- und Spielperfomance beim Camp-Gottesdienst aufmerksam folgten. Wenn sich um Mitternacht in der „Tankstelle“, der geistlichen „Ecke“ des Camps, über 60 Leute zum Beten, Schweigen und Singen trafen – ausgepowert und doch innerlich hellwach. Wenn manche Träne im Augenwickel schimmerte beim persönlich zugesprochenen Segen. Fast unwirklich still wurde es dann, auch wenn nach einem lauten Tag das Camp total ruhig da lag.


Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

„Bist du zu schwach?“ Diese Frage stand über den gemeinsamen Tagen. Immer wieder wurde diese Frage laut und immer wieder schimmerte das Leitwort der Christenheit für das Jahr 2012 durch alles Singen, alles Tun und alle Action: „Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Die Botschaft war klar: „Sag Ja zu dir, denn Gott hat längst Ja zu dir gesagt – auch mit deinen Schwächen.“


Fachleute in Sachen Schwachheit

Für die Konfirmanden bekam diese Botschaft ein Gesicht. Menschen, die Schwachen aufhelfen und Menschen, die selbst lernen mussten zu ihrer Schwachheit zu stehen, stellten sich den Fragen der Jugendlichen und erzählten, wie sie es erlebten, dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig werden kann. Und die Konfis ließen sich ein auf den straffällig gewordenen Jugendlichen, auf den trockenen Alkoholiker, auf den Meister der Selbstverteidigung, der sagt: „Finde deine Schwäche und du bist stark.“ Sie folgten fasziniert den Äußerungen der fast 20 Fachleute für Schwachheit, die aufs Camp zu Besuch kamen.


Versuch es!

Vor diesem Hintergrund waren die 320 Jugendlichen aus dem Kirchenbezirk Calw motiviert, sich auch in Angeboten zu versuchen, bei denen sie Schwächen haben. Sie absolvierten ein groß angelegtes Geländespiel in den Wäldern und Wiesen rund um Breitenberg. Workshops boten eine Plattform, sich sportlich, künstlerisch oder auch handwerklich auszuprobieren. „Versuch es!“, motivierten die rund 100 Betreuer immer wieder. War der eine oder die andere dennoch an seine Grenze gelangt, standen Mitwirkende helfend zur Seite. So lernten die Konfirmanden, Schwächen zu akzeptieren. „Wenn ich zu meiner Schwachheit stehe, kann Sie zur Stärke werden. Meine Stärke erwächst aus meinem Vertrauen, dass ich von Gott geliebt bin.“

Selbst das unbeständige Wetter und die kalten Nächte konnte den Konfirmanden nichts anhaben. Das gemeinsame Erleben war viel stärker als Regen und Kälte.


So kann Kirche sein!

Es ist erstaunlich, mit welcher Umsicht und Gelassenheit die Mitarbeitenden um das Trio der Jugendreferenten Anja Roller, Nadine Welz und Markus Buck  dieses Mammut-Event steuerten. Trotz der großen Anzahl der Konfirmanden wurde Wert darauf gelegt, dass der einzelne junge Mensch im Blick ist. „Du bist wertvoll, du bist uns wichtig! Niemand darf sich in der Menge verloren fühlen!“ Diesem Anspruch sind die vielen Beziehungmitarbeiterinnen- und Mitarbeiter (Bezis) gerecht geworden. Und gab es mal (innere und äußere) Blessuren, war nicht nur die stets besetzte Sanitätsstation zur Stelle, sondern auch wohl vorbereitete Bezis mit offenen Herzen und Ohren.

Hut ab!

Für die Konfirmanden war es ein toller Einstieg in die Konfirmandenzeit.

So kann Kirche sein!