Mit leichtem Gepäck unterwegs sein! „Netwerk ältere Generation“ ermutigt, sich dem eigenen Älterwerden zu stellen.

„Bleibe gesund – lebe lang – stirb schnell...“ lautete das Thema im Möttlinger Gemeindehaus. Die Tübingerin Ulla Reyle stellt fest, dass wir im Blick auf unsere Lebenserwartung „den Sechser im Lotto gezogen haben“. Keiner Generation zuvor sei ein so gesundes und langes Leben vergönnt gewesen.

Die Referentin im Gespräch mit Dieter Lohrmann.

„Ich möchte einmal eine freundliche Alte werden." Mit diesem Statement bezog die Gerontologin Ulla Reyle ganz persönlich Position im Blick auf ihr eigenes Älterwerden. Beim dritten Seminar des Netzwerkes ältere Generation im Kirchenbezirk Calw (NäG) gab sie an rund 40 Interessierte ihre Gedanken dazu weiter, wie man „einen weichen Umgang mit Veränderungen und mit Abhängigkeit lernen" kann.

„Bleibe gesund – lebe lang – stirb schnell..." Unter den drei Aspekten des Themas ermutigte Reyle, eigene Erfahrungen mit dem Älterwerden zu machen. Dazu gehöre auch eine gute Selbstfürsorge im Bereich der Gesundheit und der sozialen Kontakte. Es sei nötig, sich den Entwicklungsaufgaben zu stellen, die das Älterwerden mit sich bringe. Das Wohnumfeld müsse zukunftstauglich gestaltet werden. „Viele scheuen sich vor dem Entrümpeln und bauen deshalb nicht um", so Reyle. Doch: „Älterwerden heißt immer mehr mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein." Dabei gehe es auch darum, sich um sein „inneres Haus" zu kümmern und sich rechtzeitig den offenen Themen des Lebens zu stellen.

Auf die spirituellen Aspekte des Themas wies der Vorsitzende des NäG, Pfarrer Dieter Lohrmann, hin. Der ehemalige Möttlinger Pfarrer Johann Christoph Blumhardt habe gesagt: „Das heißt Glauben: Gott gegenwärtig nehmen." Wer das ernst nehme, könnte auch gelassen älter werden.