Kirchenbezirke Nagold und Calw schließen sich zusammen. Landessynode beschließt das Gesetz.

Über zwei Jahre wurde verhandelt, nun haben die beiden evangelischen Kirchenbezirke Calw und Nagold beschlossen: die Fusion kommt zum 1. Januar 2019.

Neuer Kirchenbezirk heißt "Calw-Nagold"

Die Kirchenbezirke Calw und Nagold haben den Zusammenschluss eingeleitet. In den Bezirkssynoden wurde jeweils mit Mehrheit dem Vorschlag zugestimmt, eine Fusion der Bezirke vorzunehmen und die Gründung eines neuen Kirchenbezirks „Calw-Nagold" voranzutreiben.

Bei der Herbstsitzung der Landessynode wurde das Gesetz zur Fusion der Kirchenbezirke Calw und Nagold verabschiedet.

Am 24. Januar tagt erstmals die neue gemeinsame Bezirkssynode.

Festgottesdienst am 24. Februar 2019

Am 24. Februar wird in der Calwer Stadtkirche der festliche Gottesdienst anlässlich des Zusammenschlusses gefeiert. Landesbischof July wird predigen.

Auslösende Gesichtspunkte für die Entscheidung waren in den Synoden die Herausforderung des demografischen Wandels und der Wille, stärker gemeinsame Strukturen der Zukunft innovativ, früh und selbstbestimmt zu gestalten.

Lebhafte Diskussionen

In lebhaften, konstruktiven Diskussionen der Bezirkssynoden wurde von den Befürwortern dazu auf die vielen Synergieeffekte verwiesen, die eine solche neue gemeinsame Struktur bringe. Jetzt sei es an der Zeit, die intensive Zusammenarbeit der beiden Bezirke auf die nächste Stufe zu heben.

Gegner der Fusion führten vor allem ins Feld, dass die Zeit jetzt noch nicht reif sei. Beide Bezirke seien in sich stabil und lebensfähig - eine Fusion zum jetzigen Zeitpunkt komme zu früh.

Langfristig lebbar

Die Mehrheit konnte sich diesen Argumenten nicht anschließen. Es wurde vor allem auf den Mut verwiesen, hier und heute zu beginnen kirchliche Strukturen so aufzustellen, dass sie langfristig lebbar sind.

Mit ausschlaggebend war sicherlich der Wunsch, den demografischen Wandel anzunehmen und rückläufige Gemeindegliederzahlen nüchtern und angstfrei berücksichtigen. Dazu die beiden Dekane Albrecht und Hartmann: "Wir wollen in guten Zeiten proaktiv tätig werden, damit wir, wenn schwierigere Jahre kommen, nicht nur noch reagieren können."

Größere Vielfalt an Gaben

Die Befürworter der Fusion verweisen auf die Chance, mehr Raum, Wirkorte und Zeit für Zukunftsprojekte zu haben. Außerdem biete die Fusion die Chance, eine größere Vielfalt an Gaben, Ideen, Personen und Kirchengemeinden im größeren Bezirk entdecken

Allen war klar, dass sie eine Entscheidung treffen, die hohe Auswirkungen und historisches Ausmaß haben wird. Am Ende stand in beiden Synoden die Mehrheit: die Fusion kommt. Und mit ihr ein neuer Kirchenbezirk: Calw-Nagold.