Wenn Sie gefragt werden ... Am 1. Dezember ist Kirchenwahl

Am 1. Advent werden 12000 Frauen und Männer in unserer Landeskirche zu Kirchengemeinderäten gewählt. In vielen Gemeinden ist man deshalb auf der Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten.

Wenn Sie gefragt würden, was würden Sie antworten? Könnten Sie einstehen für folgendes Sieben-Punkte-Programm?

1) Es ist nicht alles gleich gültig. Wir wehren uns wenn man nicht mehr achtet, dass es heilige Zeiten und Tage gibt, in denen man eben nicht alles tun darf. Wir wehren uns gegen die schleichende Gleichgültigkeit. Es ist nicht alles gleich gültig! Dafür steht Kirche.

2) Niemand soll alleine bleiben. Viele von uns kennen dunkle Momente im Leben. Das kann eine schwere Krankheit sein, Enttäuschungen, Abschiede, der Verlust des Arbeitsplatzes. Kirche ist Gemeinschaft die stärkt. Niemand soll alleine bleiben, wenn das Lebensfundament bröckelt. Dafür steht Kirche.

3) Marschgepäck für Leben und Sterben. Wir setzten uns dafür ein, dass hilfreiche Feste und Rituale nicht vergessen werden. Dass Menschen die Geschichten der Bibel kennen, die von Glaube, Liebe und Hoffnung reden. Dass Melodien, Psalmen und Gebete in aller Mund bleiben. Damit beim Leben und beim Sterben geistliches „Marschgepäck“ da ist, das stärken kann auf dem Weg. Und dass wir angesichts von Glück aber auch Verzweiflung nicht sprachlos werden. Dafür steht Kirche.

4) Den Reichtum der Kirche einsetzen. Kirche ist reich an Menschen, die die Bibel vor ihrem eigenen Lebenshintergrund verstehen. Menschen teilen ihren Teil von Gott, den kleinen Zipfel, den sie ergriffen haben, miteinander und erzählen davon, dass Jesus Christus erfülltes Leben schenkt, Versöhnung eröffnet und eine Lebensperspektive schenkt, die nicht auf dem Friedhof endet. Dafür steht Kirche.

5) Orte für die Begegnung mit Gott. Kirche pflegt Häuser, die für etwas anderes einstehen als Kaufen und Besitzen. Räume, in denen nichts und niemand besessen wird – sondern wo miteinander gefragt, gelobt, gesungen, geklagt wird. Krafträume des Glaubens. Rückzugsräume für große und kleine Gefühle. Mitten in der Stadt und im Dorf. Dafür steht Kirche ein.

6) Gegen Armut und Ausgrenzung. Kirche steht auf, wenn Kindern Armut die Zukunft verbaut. Wenn Alte am Ende feststellen müssen, dass es nur noch für ein Almosen reicht. Wenn Menschenwürde mit Füßen getreten wird. Kirche gibt der Barmherzigkeit und der Menschenwürde eine Stimme. Dafür steht Kirche ein.

7) Für den Frieden. Kirche steht ein für Frieden und Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Und Christen vertrauen der Verheißung Gottes, die über unsere Zeit weit hinausgreift in die Ewigkeit. Dafür steht die Kirche. Für all das braucht es jede Stimme. 12000 Kirchengemeinderäte. Wenn Sie gefragt würden – könnten Sie dazu ja sagen?

Dieter Raschko, Evangelische Stadtkirche Calw