Das Wort zum Jahreswechsel von Dekan Erich Hartmann: "Zwei Wünsche!"

Zwei Wünsche im Hinblick auf diesmal sogar 366 Tage im neuen Jahr formuliert der Calwer Dekan Erich Hartmann in seinem Wort zum Jahreswechsel. Lesen Sie mehr!

Freude und Segen

Ein frohes und gesegnetes Neues Jahr!
Wie oft wird wohl in der kommenden Nacht und auch noch in den nächsten Tagen dieser Wunsch ausgetauscht werden, direkt oder per WhatsApp? Freude und Segen, zwei Wünsche, die von Herzen kommen. Zwei Wünsche Zwei Wünsche im Hinblick auf diesmal sogar 366 Tage im neuen Jahr. Also auf Zukunft, von der keiner weiß, was sie bringen wird.

Was liegt vor mir in diesem neuen Jahr? Welche Überraschungen bringt es für mich? Wer geht mit mir durch dieses neue Jahr? Wo werde ich sein am Ende des neuen Jahres? Das sind Fragen, die mir heute in den Sinn kommen.

Schritt für Schritt entsteht eine Spur, meine Spur.
Ich sehe ein Bild vor mir: eine Landschaft im Schnee, im Neuschnee. Die Wege und Felder sind unter einer weißen Decke verborgen. Alles sieht frisch und unberührt aus. Mein Blick schweift in die Weite. Dann setzte ich den ersten Schritt in den Schnee, sinke sanft ein und setze den nächsten. Schritt für Schritt entsteht eine Spur, meine Spur. Vorsichtig setze ich die Füße auf. Bleibt der Schnee fest, rutsche ich aus, breche ich ein? Ich blicke zurück und sehe meine Fußstapfen. Ich habe meine Spur schon auf den ersten Metern hinterlassen.

Genau so frisch und unberührt liegen auch die Kalendertage vor mir. Mit jedem Ereignis, mit jedem Termin werde ich hier meine Spuren hinterlassen. Vieles ist ja schon geplant für das Jahr 2020. Welche Spuren werden die eigene kreuzten? Wird ein Spurwechsel nötig sein?

Freude und Segen
Heute, einen Tag vor Neujahr, wünsche ich Ihnen und mir Freude und Segen: Freude, weil sich natürlich jede/r wünscht, dass die guten Dinge dieses Jahr überwiegen mögen. Und mit dem Segen verbinde ich, dass in allem Gottes Lebenskraft erfahrbar wird. Segen sagt das Gute zu, so wie das lateinische Wort „benedicere“ wörtlich übersetzt heißt: „gut-sagen“. Ein frohes und gesegnetes neues Jahr meint also nichts anderes als Freude am Leben und Segen für das Leben. Segen, der auch bis in die dunklen Tiefen des Lebens reicht, auf dass das Leben gut werde.

Von guten Mächten treu und still umgeben
Eine Liedstrophe von Dietrich Bonhoeffer bringt das für mich besonders deutlich zum Ausdruck: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar. So will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“ Die Aussichten für Bonhoeffer waren dunkel als er diesen Text verfasste. Er hat die Zeilen 1944 im Konzentrationslager geschrieben. Aber die Erinnerung daran, von guten Mächten, von Gott selbst treu umgeben zu sein, ließ ihn trotz allem mit hoffnungsvollem und sicherem Schritt in die Zukunft gehen.

Wer so gesegnet losgeht, der wird am Ende des neuen Jahres dann auch im Rückblick Gottes Spuren erkennen. Das glaube ich ganz fest.

Darum Ihnen allen: ein frohes und gesegnetes Neues Jahr!

Ihr Dekan Erich Hartmann, Calw