Das Wort zur Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

am morgigen Palmsonntag erinnern wir uns an Jesu Einzug in Jerusalem. Damals ritt Jesus auf einem Esel in Jerusalem ein. Der König kam somit nicht hoch zu Ross, sondern ritt auf dem Lasttier der einfachen Leute. Er wurde euphorisch bejubelt und gefeiert. Eine große Begrüßungsfeier mit Palmwedeln als roter Teppich wurde zelebriert.

Zu dieser Zeit setzten die Menschen ihr Vertrauen ganz auf Jesus. In Gedanken malten sich die Leute in Jerusalem aus, was Jesus als Sohn Gottes bringen würde. Hohe Erwartungen wurden an Jesus und sein Kommen geknüpft. Sie waren fest davon überzeugt, dass Jesus in Jerusalem aufräumen würde und dass er der Heuchelei, dem Unrecht, den Nöten, den hohen Steuerabgaben und der römischen Fremdherrschaft ein Ende bereiten würde.

Bei diesem Einzug Jesu in Jerusalem denken wir noch: Jetzt ist Jesus da angelangt, wo er hingehört. Endlich bekommt er die Anerkennung, die er schon immer verdient hatte. Aber wir wissen, wie es weitergeht. Innerhalb weniger Tage schlägt die Stimmung um. Statt Jubel und Begeisterung nur noch Verrat, Folter, Schmerzen und bitterer Tod am Kreuz. Damit verbunden die Einsamkeit, die Jesus in seinem Schrei am Kreuz in Worte fasst: ,,Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“

Fest steht: Den Himmel auf Erden konnte uns selbst Jesus nicht bringen. Aber was Jesus brachte, das war der Glaube an den himmlischen Vater, der uns zur Seite steht und der in unseren Herzen die Hoffnung auf die ersehnte Erlösung lebendig hält. Dadurch war Jesus ein Tröster. Er sprach den Leidenden, Schwachen, Mutlosen und Enttäuschten die Nähe Gottes zu. Durch Jesus kam Gott selbst auf die Niedergeschlagenen zu und solidarisierte sich mit ihnen. Durch Jesus durften die Menschen erfahren: ,,Gott ist bei mir, auch wenn ich in meinem Leben schwer leide oder wenn ich über mein Leben mehr als enttäuscht bin.“

Ich wünsche Ihnen die Erfahrung, dass Gott Anteil an Ihrer Leiden nimmt. Er schenke Ihnen seine heilsame Nähe jeden Tag aufs Neue.

Tobias Hermann, Altburg